Wozu dieses Angebot?

Wozu dienen Seelsorge, Beratung und Psychotherapie und wie unterscheiden sie sich?
Alle Menschen haben Lebens- und die meisten auch Glaubensfragen, alle Menschen geraten früher oder später in Lebenskrisen und fast die Hälfte der Menschen leidet mindestens einmal im Leben an einer psychischen oder psychosomatischen Störung oder Erkrankung.

Als Menschen beschäftigen uns viele Lebensfragen und wir müssen eine Reihe von Lebenskrisen meistern. Nicht immer finden wir die Antworten auf unsere Fragen in uns selbst, oder in unserem Bekannten- und Freundeskreis, manchesmal brauchen wir dazu Menschen, mit denen wir über unsere Fragen sprechen können. Seelsorge und Beratung wollen hier eine Hilfe sein und Menschen mit ihren Fragen und Problemen mit einfühlendem Gesprächsangebot beraten und begleiten.

Gestaffelte Verantwortung und gestaffelte Qualifikation

In den Gruppen und Kreisen der Gesellschaft und den Gemeinden, im eigenen Bekannten- und Freundeskreis und in der eigenen Familie treffen wir Menschen mit Lebens- und Glaubensfragen, Lebenskrisen, sowie psychischen Störungen und Erkrankungen.

Der Ansatz der Seelsorge ist vom hebräischen Begriff der „Seele“ her, die Sorge um den ganzen Menschen. Der Auftrag zur Seelsorge leitet sich ab von der Sorge Gottes, um den „ganzen, bedürftigen, auf Beziehung angelegten Menschen“ und umfasst darum Glauben und Leben, „Heil“ und „Heilung“. Das Evangelium von Jesus Christus und das Menschenbild der Bibel sind die Grundlage für jede Art der Seelsorge. Seelsorge versucht mit den „Mitteln des Gespräches“ Menschen bei ihren Glaubens- und Lebensfragen, so wie bei ihren Glaubens- und Lebensproblemen zu helfen.

Es gibt viele unterschiedliche Arten der Seelsorge. Wir beschreiben hier: Pastorale Seelsorge, Begleitende Seelsorge, Geistliche Begleitung, Beratende Seelsorge und Therapeutische Seelsorge.

Die „Seelsorgebewegung“ der vergangenen Jahrzehnte hat gezeigt, dass Seelsorger und Seelsorgerinnen von den Erkenntnissen der Humanwissenschaften und Medizin profitieren. „Beratende“ und „therapeutische Seelsorger“ haben eine Seelsorge-Ausbildung durchlaufen, die geprägt ist von einem Dialog der Praktischen Theologie mit der Psychologie, der Psychotherapie, der Medizin und anderen Wissenschaftszweigen (z.B. der Neuropsychotherapie). Allerdings gibt es keine einheitliche Ausbildung für Beratende und Therapeutische Seelsorge. Die Konzeption sind geprägt von den unterschiedlichen humanwissenschaftlichen Konzepten, die rezipiert (reflektiert übernommen) worden sind. So gibt es psychoanalytische, individualpsychologische, gesprächspsychotherapeutische, verhaltenstherapeutische, gestalttherapeutische, logotherapeutische, systemische und integrative Seelsorgekonzepte.

Seelsorge nimmt den Menschen wahr in seiner Beziehung zu Gott, zu sich selbst, zu seinem Mitmenschen (besonders in seinen Nähebeziehungen) und zur Umwelt. Letztlich geht es in der Seelsorge um die Wiederherstellung angeschlagener und zerbrochener Beziehungen durch Gespräch und Gebet (Reden mit Gott). Damit bekommt Seelsorge eine Weite, die sämtliche Glaubens- und Lebensfragen und Themen umfasst: Identitätsfindung, Ängste, Schuld, Schuldgefühle, Sinnfragen, Entscheidungs-konflikte, Krisen, Konflikte, Beziehungsstörungen, etc. So wie die Fragen nach dem gelingendem Leben, Liebe, Ehe, Familie, Erziehung, etc. Um nur einige Stichworte zu nennen.
Begleitende Seelsorger und Seelsorgerinnen haben ein Grundverständnis der Seelsorge erworben und Formen biblischer Seelsorge (Umgang mit Schuld, Beichte hören und den Zuspruch der Vergebung erteilen, Umgang mit Trauer, begleiten, ermutigen, etc.) sowie die Grundlagen beratender Seelsorge kennengelernt. Sie haben unter anderem die non-direktive Gesprächsführung geübt und Einblick in Persönlichkeitstheorien erhalten.

Begleitende Seelsorgerinnen und Seelsorger haben sich selbst mit ihren Stärken und Grenzen besser kennen und reflektieren gelernt, um Seelsorge im Raum der Gemeinde zu praktizieren. Bei Anzeichen von psychischen Erkrankungen verweisen sie an einen Arzt oder Therapeuten.

Manche dieser Seelsorger haben außerdem eine mehrjährige theologische Ausbildung, andere haben einen „weltlichen Beruf“ und sich mit einer Ausbildung (von ca. 150 Std.) dafür qualifziert.
Pastorale Seelsorger und Seelsorgerinnen besitzen durch ihre theologische Ausbildung eine seelsorgerliche und theologische Kompetenz. Ihre Stärke liegt im Beantworten theologischer und ethischer Fragestellungen zu Glauben und Leben.

Neben den klassischen Formen von Seelsorge (Beichtgespräch, Zuspruch der Vergebung, Gebet, Segen) gehören oftmals beratende Fähigkeiten und eine reichhaltige Erfahrung im Umgang mit Menschen zu den Möglichkeiten Pastoraler Seelsorge.
Geistliche Begleitung geht auf Ignatius v. Loyola (15. Jhdt.) zurück und war fester Bestandteil der Seelsorgepraxis in der alten Kirche. Die Aufgabe „geistlicher Begleitung“ ist es, die identitätsstiftende Kraft des christlichen Glaubens aufzuzeigen und sich mit dem Einzelnen auf einen Weg zu begeben, der ihn in das Kraftfeld der Liebe Gottes führt. Geistliche Begleitung wird vor allem Menschen in Entscheidung und Krisensituationen angeboten. Menschen die geistliche Begleitung suchen begeben sich zusammen mit ihrem Begleiter bewusst für eine längere Zeit auf einen gemeinsamen Weg. In der geistlichen Begleitung von Menschen geht es um ein aufmerksames, einfühlendes und hörendes Wahrnehmen meines Gegenübers. Durch gezielte Übungen (Exerzitien) gewinnt der Mensch tiefe Einsichten in Gottes Wort und konkrete Hilfen für seine Lebenssituation. Geistliche Begleitung bietet sich vor allem dort an, wo ein Mensch in einer außergewöhnlichen Lebenssituation vor wichtigen Weichenstellungen oder gravierenden Umbrüchen steht. Geistliche Begleitung beginnt mit dem Verlangen, heil zu werden und Orientierung für das eigene Leben bei Gott zu suchen. Die Antwort dafür wird in der „Begegnung“ und im Gebet gesucht. Es kommt im Wesentlichen auf meine Bereitschaft an, mich von Gottes Wort faszinieren zu lassen auf Intuition und Übung, auf ein schärfen meiner Sinne. Geistliche Begleiter haben selbst einen geistlichen Begleiter und oftmals ein Kursprogramm durchlaufen mit dem Abschluss „Spiritual“.
Beratende Seelsorgerinnen und Seelsorger haben neben den Grundlagen der Seelsorge und die Beratungskonzepte in Theorie und Praxis gelernt und eine non-direktive Gesprächsführung eingeübt. Sie sind vertraut mit Persönlichkeitstheorien und haben ein oder mehrere therapeutische Verfahren kennengelernt. Durch eine einfühlsame, verstehende und beratende Seelsorge geben sie Ratsuchenden die Möglichkeit zur Neuorientierung (Weiteres siehe Seelsorge).

Der Beratende Seelsorger kann auch in freier Praxis „Lebens- und Glaubensberatung“ anbieten oder als Angestellter in einer (kirchlichen, freikirchlichen) Beratungsstelle arbeiten. In der Regel bildet er sich weiter und nimmt Supervision in Anspruch, um seine Beratungsarbeit zu reflektieren.

„Therapie“ ein geschützter Begriff und ist ihm von staatlicher Seite nicht erlaubt. Weil die Übergänge zwischen Beratung und Therapie in der Praxis aber oft fliesend sind, darum wird der Beratende Seelsorger sehr genau darauf zu achten haben, wo seine Grenzen liegen und Ratsuchende bei Kenntnis von krankheitswertigen Störungen an Fachärzte und Therapeuten verweisen.
Therapeutische Seelsorge versteht sich als „eine Form der partnerschaftlich ausgerichteten, therapeutisch qualifizierten Beratung von Menschen in Krisensituationen ihres Lebens im Horizont christlichen Glaubens. Der Mensch soll als ganzer, mit Leib und Seele, mit seinen Bedürfnissen und Potentialen und Gefährdungen wahr- und angenommen werden.“ Der Therapeutische Seelsorger hat neben den Grundlagen der Seelsorge durch seine Ausbildung in Theorie und Praxis in einer oder mehreren Therapierichtung fundierte Kenntnisse erlernt. Darüber hinaus hat er sich psychiatrisches Wissen erworben, so dass er psychische Störungen in seiner Seelsorgepraxis erkennen kann. Mit einer staatlich anerkannten Prüfung (nach dem Heilpraktikergesetz) hat er gezeigt, dass er die entsprechende Qualifikation erworben hat, so dass er „therapieren“ darf („Therapeutischer Seelsorger (HPG)“. Er nimmt Supervision in Anspruch, um seine therapeutische Beratungsarbeit zu reflektieren. Der Therapeutische Seelsorger hat gelernt, die eigenen Grenzen zu erkennen und mit Fachärzten und Therapeuten zusammen zu arbeiten.
Mediation ist das Angebot der Vermittlung in Beziehungen, die in eine Schieflage geraten sind. Es geht um Ausgleich und ein neues Gleichgewicht.

Konfliktklärung sucht in Auseinandersetzungen nach Ressourcen, die für eine Bewältigung der problematischen Situation dienen können, aber bisher noch nicht eingesetzt wurden.

Krisenmanagement hilft, in extremen Situationen zu bestehen, den Sinn zu entdecken und einen Weg zu einem neuen Verhalten zu finden. In der Konfliktbewältigung gilt es herauszufinden, was man will, um dann in ein sinnvolles und Ziel führendes Gespräch mit den Kontrahenten zu kommen. Jeder Konflikt zeigt: Es steht Neues bereit! Wir müssen es nur entdecken und ergreifen.

In der Regel sind Mediatioren Berater und Beraterinnen, mit einer Zusatzausbildung.
Der Begriff Coaching stammt vom englischen „to coach“ (betreuen, trainieren) und bezeichnet eine Vielzahl von Trainings- und Beratungskonzepten zur Entwicklung und Umsetzung persönlicher oder beruflicher Ziele und der dazu notwendigen Kompetenzen. Ein Coach ist ein Partner auf Augenhöhe bei der Bewältigung unternehmerischer und persönlicher Herausforderungen und Probleme. Er verfügt über fundierte Praxiserfahrungen, ist vertraut mit harten und weichen Managementkompetenzen (z.B. Führungs-, Umsetzungs- und Selbstmanagementkompetenzen) und verfügt über valide Diagnose und Entwicklungs-instrumente. Coaching wird hauptsächlich verstanden als lösungs- und zielorientierte Begleitung von Menschen, vorwiegend im beruflichen Umfeld, zur Förderung der Selbstreflexion sowie der selbst gesteuerten Verbesserung von Wahrnehmung, Erleben und Verhalten. Durch Coaching erweitern Menschen ihre Sichtweise, legen kreative Kräfte frei und finden Zugang zu Lösungen.

Es ist sehr schwer den Begriff zu definieren, auch in Abgrenzung zu Beratung und Psychotherapie, weil es viele Ansätze und Ausbildungswege dazu gibt. Coaching ist kein geschützter Begriff, darum können die Qualifikation des Coachs sehr unterschiedlich sein. Es empfiehlt sich auf weitere Qualifikationen zu achten. Das Hauptanliegen besteht darin, den „Klienten“ durch Begleitung, Feedback, Training (und Beratung) in die Lage zu versetzen, sich selbst zu organisieren (Prinzip der Selbststeuerung).
In einer Ehe- und Paarberatung finden Paare bei Problemen, sowie in konflikthaften, belastenden und verunsichernden Lebenssituationen kompetente und speziell ausgebildete Ansprechpartner (Eheberater, Eheberaterin, in seltenen Fällen auch Paare, die Paare beraten). Paarberatung ist „nicht eine zweifache Einzelberatung“, sondern „eine einfache Beratung einer Zweiheit“ (Dyade), die ihre ganz eigene dynamische Interaktion (Zusammenspiel) entwickelt hat.

Die Erfüllung zentraler menschlicher Bedürfnisse wird in einer Ehe, bzw. Paarbeziehung gesucht: Sehnsüchte und Wünsche nach Zuwendung, tiefer Verbundenheit, Anerkennung, Liebe und beständiger Loyalität, sexuelle Beglückung, etc. Das anfänglich intakte Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen, Schenken und Beschenkt werden kommt oftmals aus dem Gleichgewicht, so dass es dazu kommt, dass letztlich jeder mehr vom andern erwartet, als dass er gibt. Mangelnde und misslingende Kommunikation lassen einseitige Sichtweisen entstehen, die sich zu problematischen Interaktionsmustern verfestigen.

Eheberater und Eheberaterinnen erfragen einen Beratungsauftrag (welche Themen können mit welchen Mitteln und Methoden bearbeitet werden), um dann gemeinsam mit dem ratsuchenden Paar die beziehungsfördernden Möglichkeiten und Stärken neu wahrzunehmen (ressourcenorientiert).

Eheberater arbeiten gemeinsam mit den Ratsuchenden Ihre Interaktions- und Kommunikationsmuster heraus, die zur Aufrechterhaltung der Paarprobleme beitragen. Allerdings ist es nicht leicht und für fast jeden Ratsuchenden eine Herausforderung, sich nicht als passiv Leidender einer Belastung zu sehen, deren Ursache man dem Partner zuschreibt, sondern als aktiv Beteiligter zu erkennen, der an der Aufrechterhaltung eines Konfliktes mitwirkt. Aufgrund dieser Erkenntnis und gezielter Veränderung innerhalb eines Beratungsprozesses soll und kann sich ein neues Gleichgewicht von Geben und Nehmen (Konzept der „Reziprozität“ ), so wie eine verbesserte Kommunikation und Interaktion einstellen.
Ehe- und Paarberater verfügen heute in der Regel über eine Ausbildung als Psychologe, Pädagoge, Sozialarbeiter, Theologe, Arzt oder ähnliche Ausbildungen, an die sich dann eine Zusatzausbildung in Eheberatung, Familienberatung, Familientherapie anschließt.

Paarberater mit anderen Berufen, erlernen z.B. in einer Ausbildung zum beratenden oder therapeutischen Seelsorger über Zusatzausbildung (z.B. EPL-Training, Kurse, etc.) oder einer Ausbildungen zum Eheseelsorger mit Paaren zu arbeiten.

Über den problemorientierten Ansatz von Eheberatung hinaus finden wir heute präventive sehr gute Angebote für Paare wie das Kommunikationstraining EPL (Thurmaier, Engl, Hahlweg) oder das in der Beratung zur Ehevorbereitung und Eheberatung eingesetzte Inventar PREPARE/ENRICH (Olsen) ein Test mit guter Diagnostik der Paarbeziehung und Anregungen für das Wachstum einer Paarbeziehung.
Familienberatung im weitesten Sinne bezeichnet alle Beratungsangebote, die sich auf Aufgaben und Probleme beziehen, die Familien zu bewältigen haben. Sie ist Beratung für Einzelne, Paare und ganze Familien, die Krisen, Probleme oder Entscheidungen im familiären Lebenszyklus zu bewältigen haben.

Familien- und Erziehungsberatung möchte Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung und bei Fragen der Gestaltung des gemeinsamen Lebens in Ehe und Familie unterstützen. Diese spezielle Form der Beratung umfasst Information, Beratung und Begleitung bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme, sowie bei der Lösung von Erziehungsfragen.

Bei der Erziehungsberatung steht mehr der Umgang von Eltern mit ihren Kindern im Zentrum: Sie versteht sich darum oft als Hilfe zur Erziehung, aber auch zur Verbesserung der Kommunikation und des Zusammenlebens. Erziehungs- und Familienberatung findet oft im Kontext der Jugendhilfe statt und wird von Familien- und Jugendberatungsstellen angeboten.

In der Familienberatung steht das Ehe- und Familiensystem als ein komplexes Zusammenspiel im Zentrum der Beratung. Hierbei geht es um Kommunikation, Interaktion, Grenzen um „funktionale“ und „dysfunktionale“ Strukturen und letztlich darum, wachstumsfördernde Einstellungen, Verhaltens- und Kommuikationsweisen der Familienmitglieder zueinander zu fördern. Darüber hinaus ist oft auch eine heilkundlich orientierte Familientherapie, bzw. Psychotherapie angezeigt, die von Therapeuten, bzw. speziell ausgebildeten Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder Familientherapeuten angeboten wird.

Präventivprogramme möchten Eltern bei ihrer Eltern- und Erziehungsarbeit unterstützen:
Eltern lernen, in einem solchen „Elterntraining“ (z.B. PEP- Erziehungstraining) eine positive Beziehung zum Kind aufzubauen, die Entwicklung ihres Kindes zu unterstützen und die soziale und emotionale Kompetenz ihres Kindes fördern können. U.a. lernen Eltern wie sie auch unter Stress auf gut auf ihre Kind reagieren können.
Psychotherapie ist eine Form der Heilbehandlung bei seelischen Störungen und Krankheiten durch Gespräche und den damit verbundenen gezielten Einsatz von psychologischen Techniken unter bewusster Nutzung einer (guten, tragfähigen) Therapeuten-Patienten-Beziehung.

Die am weitesten verbreiteten Therapieverfahren sind die „Verhaltenstherapie“ und „tiefenpsychologischen“ Behandlungen und die Gesprächspsychotherapie. Der Trend geht zu integrativen Therapieverfahren (Schulenübergreifendes Lernen, unter der Fragestellung, was hilft bei welcher Erkrankung und welchen Patienten am besten).
„Die meisten Psychotherapien haben das Ziel, dem Patienten bei der Entwicklung von Bewältigungsstrategien, dem Aufbau sozialer Kompetenz sowie der Steigerung des Selbstwertgefühls zu helfen.“

In Deutschland dürfen nur drei Personengruppen heilend tätig sein.
  1. Personen, die durch eine fachärztliche Ausbildung eine Approbation (staatliche Zulassung) erworben haben.
  2. Personen, die nach dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG) eine Zulassung haben. Dabei handelt es entweder um Dipl.-Psychologen mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung oder aber Dipl.-Sozialpädagogen und Dipl.-Pädagogen mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung (nur Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie). Diese Psychotherapeuten müssen zur Approbation (staatlichen Zulassung) neben dem Hochschulabschluss eine mehrjährige psychotherapeutische Zusatzausbildung, sowie erhebliche Praxiserfahrung nachweisen.
  3. Personen, die nach dem Heilpraktikergesetz (HPG) eine Zulassung erhalten haben, psychotherapeutisch tätig zu sein. Zu dieser Gruppe gehören Menschen mit sehr unterschiedlichen Ausbildungsgängen, die ihre heilkundliche Befähigung durch eine staatliche Prüfung (HPG) nachgewiesen haben. Diesen Weg gehen meistens Beratende Seelsorger, um sich zum Therapeutischen Seelsorger (HPG) zu qualifizieren.

Was wirkt in der Psychotherapie eigentlich?
Therapeutische Wirkfaktoren nach Klaus Grave
(Hier ein wenig Fachchinesisch)

a. ) Therapiebeziehung
Bei allen Therapien trägt die Qualität der Therapiebeziehung signifikant zu einem besseren oder schlechteren Therapieergebnis bei (notwendiges Merkmal). D.h. es kommt darauf an, dass es einem Therapeuten gelingt eine gute, stabile, vertrauensvolle Beziehung zu seinem Klienten aufzubauen.

b.) Ressourcenaktivierung
Die Therapeuten nutzen vorhandene motivationale Bereitschaften und Fähigkeiten, die die Patienten in die Therapie mitbringen als positive Ressourcen für das therapeutische Vorgehen (notwendiges Merkmal).

c. Motivationale Klärung
Die Therapeuten helfen dem Patienten, ein klareres Bewusstsein der Determinanten seines problematischen Erlebens und Verhaltens zu gewinnen (korreliert hoch mit dem Therapieergebnis).

d. Problemaktualisierung
Die Therapeuten machen die Probleme, die in der Therapie verändert werden sollen, dem Patienten unmittelbar erfahrbar. Das kann z.B. dadurch geschehen, dass sie die reale Situation aufsuchen oder herstellen, in denen die Probleme auftreten; dass die Personen in die Therapie einbeziehen, die an den Problemen beteiligt sind, oder dass sie durch Techniken wie Imaginationsübungen oder Rollenspiele die Probleme erlebnismäßig aktualisieren. Dies ist vor allem dann fruchtbar, wenn in starkem Ausmaß Ressourcen aktiviert sind und eine sehr tragfähige Therapiebeziehung besteht.

e. Problembewältigung
Die Therapeuten unterstützen den Patienten mit bewährten problemspezifischen Maßnahmen aktiv darin, positive Bewältigungserfahrungen im Umgang mit seinen Problemen zu machen (korreliert hoch mit dem Therapieergebnis).

Dies sind „unspezifische Wirkfaktoren“ auf die Psychotherapie achtet. Das bedeutet nicht, dass es keine spezifischen Wechselwirkungen zwischen den Eigenarten des Patienten und den Merkmalen des Therapeutischen Vorgehens gibt (und den Eigenarten des Therapeuten).
Lehre, Diagnostik und Therapie von organischen Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems, und zwar von denjenigen Krankheiten, bei denen keine psychischen Krankheiten im Vordergrund stehen. Eine neurologische Untersuchung, sowie weitere medizinische Untersuchungen werden oft zur Abklärung bei einem Störungsbild (z.B. Schmerz) benötigt, ob sich dahinter eine nervliche oder andersgeartete organische Erkrankung verbirgt.
Psychiatrie und Psychotherapie umfasst die Erforschung, Diagnostik und Therapie psychischer Störungen und Krankheiten des Menschen. Da bei der Entstehung psychischer Störungen und Erkrankungen „immer psychische, somatische und soziale Faktoren in unterschiedlichem Ausmaß beteiligt sind, bedarf es einer multidimensionalen Betrachtungsweise des Patienten und seiner Krankheitsgeschichte.“

Das Fachgebiet der „Nervenheilkunde“ ist heute aufgeteilt in den Bereich der Neurologie und der Psychiatrie. Jedoch gibt es viele Ärzte, die sowohl eine fachärztliche Qualifikation in Neurologie und Psychiatrie erworben haben und darum einen Befund der nervlichen Funktionen (siehe auch Neurologie), sowie eine Diagnose der psychischen oder psychosomatischen Erkrankung erstellen können. Aufgrund eingehender Untersuchungen erstellt der Facharzt eine Diagnose, die das Störungsbild beschreibt, aufgrund dessen er eine Therapie ansetzt, bzw. empfiehlt. Psychische Erkrankungen werden in der Regel auf verschiedenen Ebenen therapiert: Psychotherapie, Sozialtherapie und oft empfiehlt sich eine medikamentöse Behandlung (Psychopharmaka). Sie auch Psychotherapie.
Die Psychosomatik (zusammengesetzt aus altgr. Psyche=Seele und soma=Leib) geht von einer Leib-Seele-Einheit des Menschen aus und achtet auf die Zusammenhänge zwischen Psyche und Körper. „Psychosomatische Medizin ist die Heilkunde und Wissenschaft der gegenseitigen Beziehungen von seelischen und körperlichen Vorgängen, die den Menschen in engem Zusammenhang mit seiner Umwelt begreift.“

Unter psychosomatischen Erkrankungen versteht man Beschwerden und Erkrankungen, die durch psychische Belastungen oder Faktoren hervorgerufen werden und die genauso real sind wie andere Erkrankungen. Wer unter psychosomatischen Beschwerden leidet, der verspürt körperliche Symptome (z.B. Schmerzen), die nicht mit „auf körperlichen Ursachen“ erklärbar sind. Die Psychosomatik ist eine Betrachtungsweise, „die nicht etwa dem Körperlichen weniger, sondern dem Seelischen mehr Beachtung schenkt“.

Psychosomatische Diagnostik und Therapie ist ein eigenständiger Teilbereich der Medizin, der in Beziehung mit anderen Disziplinen steht.
Supervision ist eine professionelle Beratungsform für Seelsorger, Berater, Therapeuten, eigentlich für alle helfenden Berufe. Supervision leitet sich vom lateinischen supervidere ab und bedeutet soviel wie „drüber schauen“, bzw. „von oben drauf schauen“. Supervision ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Helfen und Helfersein unter Einbeziehung eines Dritten (Supervisors). Der Supervisant (der Supervisionsuchende) ist bereit gemeinsam mit einem Supervisor seine (Beratungs-)Arbeit fachlich und persönlich anzuschauen. In der Supervision geht es darum, dass der Supervisand in Kontakt mit sich selbst, mit den Themen, die ihn bewegen kommt und über die Reflexion weitere Sichtweisen und Lösungsmöglichkeiten gewinnt. Die Inhalte der Supervision unterliegen wie bei allen helfenden Berufen der Schweigepflicht. Es gibt Ausbildungen für Supervisoren, aber Supervision ist kein rechtlich geschützter Begriff, darum hängt die Qualität sehr an der persönlichen und fachlichen Kompetenz und Erfahrung des Supervisors.